Ein Gartenprojekt, das zeigt, wie aus einem vernachlässigten Grundstück ein Ort der Fülle und Schönheit werden kann. Dieses Beispiel aus Marburg verdeutlicht, wie durchdachte Planung und liebevolle Pflege eine tiefgreifende Verwandlung bewirken.
Die Ausgangssituation: Ein verwilderter Garten
Als ich den Garten im Jahr 2011 zum ersten Mal betrat, bot sich mir ein Bild der Vernachlässigung. Die Beete waren von Giersch und unzähligen Ahorn-Sämlingen überwuchert – eine Herausforderung für jeden Gärtner. Die eigentliche Struktur des Gartens war kaum noch zu erkennen. Doch die Kundin, eine dänische Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut, hatte eine klare Vision: Sie wünschte sich einen englischen Garten, der reich an verschiedenen Storchschnabel-Sorten sein sollte. Ein Ort, der trotz seiner Aufteilung auf zwei Ebenen und des halbschattigen Charakters zu einem blühenden Rückzugsort wird.
Die Verwandlung: Ein Garten erwacht zu neuem Leben
Manche Gärten sind mir über die Jahre, in denen ich sie gestalte und pflege, besonders ans Herz gewachsen. Durch das Arbeiten mit der Erde und den Pflanzen hat sich eine tiefe Verbindung zu ihnen aufgebaut. Einer dieser Gärten liegt „Am Renthof“ in der Oberstadt im Herzen Marburgs. Er liegt an einem steilen, schmalen Fußweg, den viele Studierende, Anwohner und Touristen nutzen, um eine Abkürzung von der Oberstadt hinunter zur Elisabethkirche zu nehmen oder hinauf zur Phillips-Universität. Er ist an drei Seiten umgeben von Privatgärten, kein Straßenlärm ist zu hören. Der Garten ist auf der Wegseite vor Blicken geschützt durch Farne, Rhododendren, Flieder und alten Obstbäumen. Vorbeilaufende können nur an manchen Stellen einen kurzen Blick in den Garten erhaschen. So träumt er vor sich hin.

Eingang zum verwunschenen Garten in Marburg’s Oberstadt
Durch die verwitterte Holztüre betrete ich den Garten. Sie ist ein wenig knarrend und klemmt, aber mit einem nachdrücklichen Schubs öffnet sie sich doch. Hinter der Tür erstreckt sich ein großer Garten, der auf zwei Etagen aufgeteilt ist. Die Wege sind schmal und die Pflanzen, die dabei an den Beinen vorbeistreichen, scheinen zu sagen: Bleib doch.

Im Frühjahr sind die alten Rhododendren eine wahre Augenweide. Sie blühen in den unterschiedlichsten Farben, von Weiß über Rosa, Rot und Lila bis hin zu Gelb. Das Farbenspiel ist überwältigend und lässt mein Gärtnerinnenherz höherschlagen. Verschiedene Sorten von Storchschnabel und zart blaublühendem Kaukasus-Vergissmeinnicht säumen den Weg durch den Garten. Die Sonne scheint, und die Luft ist warm und duftend. Ein Pfad führt durch einen Rosenbogen, der von unzähligen weißen Blüten einer einfachblühenden Wildrose übersät ist, hin zu einem schattigen Sitzplatz.

Immer wenn ich dort arbeite, kommt als erstes ein Rotkehlchen und will wissen, was ich dort mache. Später, wenn der Boden schön aufgelockert ist, gesellt sich eine Amsel dazu auf der Suche nach Regenwürmern und anderen Insekten, die ich durch meine Arbeit ans Tageslicht befördert habe.
Meist kommt auch Peter, ein 85-jähriger Mann, der den Garten ursprünglich angelegt hat. Er ist ein leidenschaftlicher Gärtner und hat sich von japanischen Gärten inspirieren lassen. Wir unterhalten uns kurz über den Garten und die Pflanzen. Ich liebe es, gemeinsam einen besonderen Aspekt zu entdecken: Je nach dem, wo wir uns im Garten treffen, können wir uns begeistern. Das eine Mal ist es die Sichtachse vom japanischen Ahorn-Baum hin zur höhergelegenen Terrassenebene, wo gerade die Strauchpfingstrose ‚Shu Sheng Peng Mo‘ in aller Herrlichkeit blüht. Ein anderes Mal die üppig blühende Berg-Waldrebe ‚Rubens‘ mit ihren zartrosa Blüten, die einen Bogengang schmücken.

Peter ist es auch, der dem Garten seine Musik schenkt. Er würde nur üben, sagt er, und ich solle ihm etwaige Fehler verzeihen. Die Töne weben sich in das Zwitschern der Vögel und Summen der Bienen ein. Sie sind wie ein zarter Faden, der sich durch die Luft zieht und alles miteinander verbindet. Sein Klavierspiel passt perfekt zur Ruhe und Schönheit des Gartens.

Das Ergebnis: Eine Oase der Vielfalt
Heute, Jahre nach der Umgestaltung, haben sich die Beete zu einer dichten Pflanzendecke entwickelt, die kaum noch Pflege benötigt. Der Giersch ist verschwunden und die Ahorn-Sämlinge haben den sorgfältig ausgewählten Stauden Platz gemacht. Der Wunsch der Kundin nach einem Storchschnabel-Garten wurde mit einer reichen Auswahl an Sorten erfüllt, die den Garten das ganze Jahr über mit ihren unterschiedlichen Blüten und Blattformen bereichern.
Verwendete Storchschnabelsorten:
• Himalaya-Storchschnabel – Geranium himalayense ‚Gravetye‘
• Pracht-Storchschnabel – Geranium x magnificum ‚Rosemoor‘
• Brauner Storchschnabel – Geranium phaeum
• Storchschnabel – Geranium Collinum-Hybride ‚Nimbus‘
• Pyrenäen-Storchschnabel – Geranium endressii
• Storchschnabel – Geranium Gracile-Hybride ‚Sirak‘
• Storchschnabel – Geranium x cantabrigiense ‚Biokovo‘
• Bergwald-Storchschnabel – Geranium nodosum
• Kaukasus-Storchschnabel – Geranium renardii
• Blut-Storchschnabel – Geranium sanguineum ‚Apfelblüte‘
• Blut-Storchschnabel – Geranium sanguineum var. striatum
Für deine eigenen Gartenprojekte findest du eine riesige Auswahl an gesunden, standortgerechten Storchschnäbeln bei spezialisierten Gärtnereien. Schau zum Beispiel bei der Gärtnerei Stade in Borken-Marbeck vorbei. Dort erwartet dich eine große Sortenvielfalt und persönliche Beratung direkt vor Ort. Ebenfalls empfehlenswert ist die Wittgensteiner Staudengärtnerei (Bioland) von Lars Kroh in Bad Berleburg. Online bestellst du bequem bei Staudengärtnerei Gaissmayer (Bioland) in Illertissen.
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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
Sooo schön dein Blog, wie der Garten. Schön dich hier zu treffen.
Liebe Almut, freut mich, dass du hierher gefunden hast und dich für Garten interessierst! Und ich hoffe, dass ich dich mit meinen Blogbeiträgen inspirieren kann. Alles Liebe!
Was für ein schöner Garten, liebe Sadhana! Und was für ein schöner Artikel, der vor meinem inneren Auge einen sehr verträumten Garten entstehen lässt. So einen Garten möchte ich auch!
Oh, deine Einblicke sind traumhaft. Dieser Garten erinnert mich an „den geheimen Garten“ Merci dafür.
Liebe Cornelia, dein Vergleich freut mich sehr. Ja, es braucht noch viel viel mehr verwunschene Gärten!