Garten gestalten lernen: Vom Chaos zum Wohlfühl-Garten – eine ehrliche Erfahrung

Garten gestalten lernen: Vom Chaos zum Wohlfühl-Garten – eine ehrliche Erfahrung

Wie verwandelt man einen Garten, der sich nach Arbeit anfühlt, in einen Ort, der wirklich zu einem passt? In diesem Interview erzählt Manuela, wie sie mit einem klaren System gelernt hat, ihren Garten selbst zu gestalten – mit Struktur, Gefühl und einem nachhaltigen Plan.

Manuela hat am fünfwöchigen Onlinekurs Dein GartenReich – erschaffe dein persönliches Paradies teilgenommen. Ihre Ausgangslage: viele Ideen, aber kein Plan.

Garten vor der Umgestaltung  – großer Rasen ohne Struktur; mit der Feuerstelle wurde bereits begonnen
Vorher: Wo früher ein Erd- und Schutthaufen lag, entsteht die erste Struktur – der Beginn der Feuerstelle ist zu sehen.

Über diese Erfahrung


Person: Manuela, Gartenbesitzerin aus Fredersdorf-Vogelsdorf
Garten: Hausgarten mit Vorgarten, Seitenflächen und Hauptgarten
Gartengröße: ca. 700 qm
Ausgangssituation: Großer Rasen, Erd- und Schutthaufen, keine Struktur, kein Plan
Kurs: Dein GartenReich – Onlinekurs mit persönlicher Begleitung
Kursdauer: 5 Wochen
Zeitraum: Frühjahr 2024
Ergebnis: bereits 4 Staudenbeete, Feuerstelle, Reptilienburg, Masterplan

Sadhana: Manuela, erinnerst du dich noch, wie dein Garten aussah, bevor du mit dem Kurs gestartet bist?

Manuela: Ja, sehr gut sogar. Ich hatte diese typische Vorstellung: Sichtschutzhecke, Spielrasen, alles kindgerecht. Aber ich war nicht zufrieden. Ich hatte Pflanzen geschenkt bekommen und wusste nicht, wohin damit. Die große Fläche hat mich eher überfordert als inspiriert, das ständige Gießen hat mich genervt. Mir wurde klar: Ich will mehr Struktur, mehr Privatsphäre und gleichzeitig mehr Raum für die Natur. Ich hatte viele Ideen – aber keinen Plan.

Manuela Strauß in ihrem Garten in Fredersdorf-Vogelsdorf
Manuela in dem Garten, den sie mit ihrer Familie selbst erschaffen hat. Ein Juwel ist entstanden.

Sadhana: Was hat dich überzeugt, es mit dem Kurs zu versuchen?

Manuela: Ich hatte auf YouTube schon viele Gartenvideos gesehen und mich immer gefragt: Wie setze ich das bloß um? Die Vorstellung, einen Plan zu haben, den Garten einmal wirklich von Grund auf zu durchdenken – das hat mich total angesprochen.

Von der Ahnung zur Analyse (Gartenanamnese)

Sadhana: Gab es im Kurs einen Moment, der für dich alles verändert hat?

Manuela: Ja – das Ausmessen. Das klingt banal, war aber ein echter Gamechanger. Alles einmal genau aufzunehmen: Wege, Böden, Licht, Schatten. Dadurch habe ich zum ersten Mal den Garten wirklich „verstanden“. Ich habe gemerkt, wo was wächst, wo wir uns gerne aufhalten und wie der Raum funktioniert. Meine Pläne von damals nehme ich bis heute immer wieder zur Hand.

Handgezeichneter Gartenplan im Maßstab 1:100 mit Feuerstelle und Reptilienburg
Manuelas Gartenplan mit den Lieblingsorten – selbst gezeichnet, im Maßstab 1:100.

Vom Rasen zum Seelengarten (Seelendesign)

Sadhana: Der Kurs startet ja nicht mit Pflanzen, sondern mit den eigenen Wünschen. Wie war das für dich?

Manuela: Der Einstieg war für mich total wichtig. Wir haben uns erst mal mit unseren Werten und Bedürfnissen als Familie beschäftigt. Welche Funktionen soll unser Garten haben? Wo fühlen wir uns wohl? Das hat viele Gespräche bei uns zu Hause angestoßen. Es war so hilfreich, nicht gleich mit der Gestaltung loszulegen, sondern wirklich bei den Grundlagen anzufangen.

Vom Gieß-Stress zum klugen Ökosystem (Klimafit & Pflanzenauswahl)

Sadhana: Hat sich dein Blick auf die Gartenpflege verändert?

Manuela: Absolut. Früher dachte ich, ich muss alles ständig bewässern. Heute gieße ich nur noch, wenn die Pflanzen es wirklich brauchen. Ich wähle die Pflanzen jetzt passend zum Standort, nicht nach einer reinen Wunschvorstellung. Und ich weiß, wie man ein Staudenbeet sinnvoll aufbaut – mit Leitstauden, Begleitern und Füllpflanzen. Ich habe mir ein richtiges System erarbeitet, das hatte ich vorher einfach nicht.

Neu angelegtes Staudenbeet mit jungen Stauden und Schiefersteinweg
Eines der vier neuen Staudenbeete – kurz nach der Pflanzung.

Vom stillen Grün zum lebendigen Paradies (Tiere im Garten)

Sadhana: Was ist seitdem in deinem Garten entstanden?

Manuela: Sehr viel! Ich habe vier neue Staudenbeete angelegt, darauf bin ich besonders stolz. Sie blühen lange und ziehen viele Insekten an – wir hatten sogar ein Taubenschwänzchen im Garten. Auch unsere Feuerstelle ist entstanden – alles komplett selbst gebaut, mit Materialien vom Recyclinghof oder über Kleinanzeigen. Ich liebe es, dass unser Garten jetzt wirklich „unser“ Garten ist – mit unserer Handschrift, unseren Ideen.

Naturgarten mit Katzenminze, Lavendel und Holzpergola in voller Blüte
Derselbe Garten ein Jahr später – kaum noch Pflege nötig.

Den Garten gemeinsam gestalten (Die anderen einbeziehen)

Sadhana: Du hast den Garten ja auch stark mit deiner Familie gemeinsam gestaltet…

Manuela: Ja, total. Mein Mann war am Anfang eher skeptisch – „Oh je, noch mehr Arbeit!“ – aber als wir gemeinsam über die Feuerstelle gesprochen haben, war er plötzlich dabei. Und mit meiner Tochter habe ich eine Reptilienburg gebaut, eine wilde Hecke gepflanzt, einen Wurmkeller angelegt. Unser Garten ist jetzt ein richtiger Erlebnisraum geworden. Wir sitzen oft einfach nur da und schauen den Vögeln zu – das ist besser als Fernsehen!

Selbst gebaute Reptilienburg aus Natursteinen im naturnahen Garten
Die Reptilienburg – gebaut von Manuela und ihrer Tochter.

Das Wichtigste: Vertrauen in den eigenen Weg

Sadhana: Was würdest du Menschen raten, die unzufrieden mit ihrem Garten sind?

Manuela: Nimm dir Zeit. Beobachte. Starte nicht sofort mit dem Pflanzen, sondern erst mal mit dem Wahrnehmen. Mach eine Bestandsaufnahme und überlege: Was brauchst du wirklich? Und dann: Hab Vertrauen in deinen Prozess. Die Ideen kommen. Bei mir kamen sie oft einfach so, beim Durch-den-Garten-Gehen. Und der Austausch mit anderen hat mir auch sehr geholfen.

Gesamtansicht des umgestalteten naturnahen Gartens mit Staudenbeeten und frisch gepflanzten Bäumen
Der Garten heute – mit Struktur, Vielfalt und einer klaren Handschrift.

Langsam wachsen – mit Plan und Gefühl

Sadhana: Und was steht als Nächstes an?

Manuela: Ich hab meinen Masterplan. Ich weiß, welcher Bereich wann dran ist. Aber ich hab keinen Stress. Dieses Jahr will ich den Garten vor allem genießen. Die großen Sträucher und Bäume haben wir gepflanzt – jetzt darf alles wachsen.

Lavendel, Aster, Gräser – Manuela hat die Pflanzen nicht nur nach Schönheit gewählt, sondern nach Standort und Thema. Das Ergebnis spricht für sich.

Dein Garten wartet auf dich

Manuelas Geschichte zeigt: Gartengestaltung ist kein Hexenwerk, sondern ein lernbarer Prozess. Mit einem klaren System, etwas Geduld und dem Mut, anzufangen, kann jeder einen Garten erschaffen, der nicht nur schön ist, sondern sich auch richtig anfühlt.

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