Der August hat unter Gartenmenschen einen schlechten Ruf: zu heiß zum Pflanzen, zu trocken zum Säen, zu spät für dieses Jahr. Das stimmt sogar. Und trotzdem ist der August der wertvollste Monat für deinen Garten. Nicht zum Arbeiten, sondern zum Planen.
Denn der August ist der ehrlichste Berater, den dein Garten hat. Er zeigt dir ungeschminkt, was funktioniert und was nicht. Im Mai sieht fast jeder Garten gut aus. Jetzt siehst du die Wahrheit. Hier sind die fünf Dinge, die du in den nächsten Wochen tun solltest, ganz ohne Schaufel.
Das Wichtigste in Kürze
Leg die Schaufel weg. Im August wird nicht gepflanzt, sondern höchstens geplant und entspannt. Dein Garten zeigt dir gerade ungeschminkt die Wahrheit, und genau das kannst du nutzen:
Tipp 1: Fotografiere die Wahrheit. Verbrannte Stellen, Lücken, vergessene Ecken, und genauso das, was gerade glänzt. Im Winter sind diese Fotos Gold wert.
Tipp 2: Folge deiner Gießkanne. Wo du ständig gießt, steht die falsche Pflanze am falschen Platz.
Tipp 3: Denk deinen Garten wie ein Haus. Ohne Räume und Wege bleibt er eine einzige Fläche.
Tipp 4: Wünsch dir was, aber kauf noch nichts. Aus Wünschen wird ein Plan, aus dem Plan eine Pflanzliste.
Tipp 5: Reserviere dir den Herbst. Warmer Boden, Regen von oben, die beste Pflanzzeit des Jahres.
Wer jetzt plant, pflanzt im September und Oktober und erntet im nächsten Sommer den Unterschied: mit den Augen.

Tipp 1: Mach eine ehrliche Bestandsaufnahme
Geh mit dem Handy durch deinen Garten und fotografiere, was du siehst: die verbrannten Stellen, die Lücken, die Ecken, die du den ganzen Sommer nicht betreten hast. Und genauso das, was gerade jetzt gut aussieht. Diese Fotos sind im Herbst und Winter Gold wert, wenn du planst und dich nicht mehr erinnerst, wie es im Hochsommer wirklich war.
Tipp 2: Beobachte, wo du gießt
Jede Pflanze, die nur mit deiner Gießkanne überlebt, steht am falschen Platz. Notier dir diese Kandidaten. Die Lösung ist fast nie mehr Wasser, sondern ein anderer Standort oder eine andere Pflanze. Das ist der Kern eines klimafitten Gartens.

Tipp 3: Prüfe die Struktur, nicht die Pflanzen
Stell dir deinen Garten wie ein Haus vor: Gibt es Räume mit klaren Aufgaben, oder ist alles eine einzige Fläche? Gibt es einen Weg, der dich durch den Garten führt? Einen Platz, an dem du wirklich sitzt? Wenn dein Garten stückelig wirkt, liegt es fast nie an einzelnen Pflanzen, sondern an der fehlenden Raumaufteilung.
Tipp 4: Schreib eine Wunschliste, aber kauf noch nichts
Der August verführt zu Frustkäufen im Gartencenter, die Lücken sind ja gerade so sichtbar. Widersteh. Schreib stattdessen auf, was du dir wünschst: mehr Schatten, mehr Blüte im Spätsommer, einen geschützten Sitzplatz, weniger Gießen. Aus Wünschen wird ein Plan, aus dem Plan wird eine Pflanzliste. Erst dann wird gekauft.
Tipp 5: Reserviere dir den Herbst
Der Herbst ist die beste Pflanzzeit des Jahres: Der Boden ist warm, es regnet wieder, und Stauden wie Gehölze wurzeln in Ruhe ein, bevor sie im Frühjahr durchstarten. Wer im August plant, kann im September und Oktober pflanzen und erlebt im nächsten Sommer den Unterschied.
Der beste Zeitpunkt für den Anfang
Genau für diese ersten Schritte habe ich für dich meinen kostenfreien Gartendesign-Workshop „Vom Chaos zum Kraftort“ zusammengestellt: drei Abende, 26. bis 28. August, jeweils 19:00 bis 19:45 Uhr live. Du machst deine ehrliche Ist-Aufnahme mit dem Gartenkompass, entwickelst deine Lieblingsorte und erfährst, wie dein Garten klimafit wird. Danach hast du keinen Ordner voller Theorie, sondern beschriebene Blätter über deinen eigenen Garten, rechtzeitig zur Herbstpflanzung.

Wer schreibt hier? Seit über 15 Jahren begleite ich Menschen dabei, ihren Garten bewusst zu entwickeln. Nicht nach Trends, sondern nach dem, was wirklich zu ihnen passt. Dabei konzipiere ich Gärten, die langfristig funktionieren: klimafit, pflegeleicht und mit Persönlichkeit.
Meine Überzeugung: Ein Garten ist kein Dekorationsprojekt. Er ist ein Dialog zwischen dir und der Natur. Du gibst die Richtung vor, die Natur antwortet. Daraus entsteht dein einzigartiger Lieblingsort.
Wenn ich nicht gerade Pflanzpläne zeichne oder in der Erde buddel, findest du mich beim Yoga, auf Reisen oder tanzend auf einem Festival.



