Tipps für’s Bienenparadies: Wie du deinen Garten bienenfreundlich gestaltest

Tipps für’s Bienenparadies: Wie du deinen Garten bienenfreundlich gestaltest

Die Sonne scheint, die Blumen blühen und überall summt und brummt es. So stellen sich viele ihren eigenen Traumgarten vor. Wer sich für klimafitte Gartengestaltung und Nachhaltigkeit interessiert, der erwartet natürlich auch einen ganz besonderen Gast: Die Biene!

Bienen in Gefahr

Die Biene ist in aller Munde – und das nicht nur, weil sie leckeren Honig produziert! Denn so niedlich und nützlich diese Insekten auch sind, ihnen droht Gefahr: Der Klimawandel, der übermäßige Einsatz von Pestiziden und Giftstoffen, der schwindende Lebensraum und artspezifische Krankheiten führen zum Bienensterben.

Mittlerweile wissen wir alle, wie wichtig Bienen für uns und die Umwelt sind. Aber wusstest du, dass es nicht nur die Honigbiene, sondern insgesamt 560 Arten von Wildbienen gibt? Und dass diese genauso wichtig für die Natur sind? Bienen leisten mit ihrer Bestäubungsarbeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und Fortbestand von verschiedensten Pflanzen. Dabei handelt es sich auch um jede Menge Nutzpflanzen wie Obst oder Gemüse. Ohne die Bienen würde es auf unseren Tischen ganz schön leer werden.

Um die Bienen zu unterstützen, kann jeder, der ein Fleckchen Erde besitzt etwas beisteuern. Denn egal, ob riesiger Garten oder kleines Gärtchen – überall ist Platz für ein Bienenparadies!

Tipps und Tricks für’s Bienenparadies

Welche Pflanzen mögen Bienen?

Bienen sind auf Pollen und Nektar angewiesen. Aber was ist das, wo findet man das und wozu brauchen die Bienen es?

Bei Pollen handelt es sich um Blütenstaub, also eine mehlartige Substanz, die man in den Staubblättern von Samenpflanzen findet. Pollenkörner sind nichts anderes, als die männlichen Keimzellen von Blütenpflanzen. Pollen dient vor allem dem Nachwuchs der Bienen als Nahrung und wird in sogenannten „Pollenhöschen“ an den Hinterbeinen der Tiere transportiert.

Nektar ist eine zuckerhaltige Flüssigkeit, die von Pflanzen als Drüsensekret produziert und abgesondert wird. Der oft süß duftende Nektar, dient dazu, Tiere anzulocken, damit diese wiederum die Pollen transportieren. Nektar ist für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle und gleichzeitig der Rohstoff, aus dem sie Honig produzieren.

Wer einen bienenfreundlichen Garten haben möchte, sollte also darauf achten, dass sich darin vor allem Pflanzen befinden, die reich an Nektar und Pollen sind. Bei der Auswahl ist es wichtig, naturnahe, ungefüllt blühende Arten und Sorten zu wählen, denn ein Großteil der Zuchtformen, vor allem die gefüllt blühenden, sind steril und somit nutzlos für Bienen.

Tipp 1: Bienenfreundliche Pflanzen aussuchen

Achte darauf, dass deine Pflanzen zu verschiedenen Jahreszeiten blühen, um eine kontinuierliche Nahrungsquelle zu bieten. Vor allem im zeitigen Frühjahr und Herbst ist das Nahrungsangebot geringer.

Beispiele für bienenfreundliche Stauden

Beinwell (Symphytum vulgare)
Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
Becherpflanze (Silphium perfoliatum)
Färberkamille (Anthemis tinctoria)
Fingerhut (Digitalis purpurea)
Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus)

Beispiele für bienenfreundliche Kräuter

Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Lavendel (Lavandula angustifolia)
Thymian (Thymus vulgare)

Mein Spezial-Tipp: Ein „Muss“ in jedem Kräutergarten ist der Gewürz-Fenchel (Foeniculum vulgare). Er erreicht eine imposante Größe und wirkt dennoch so grazil und elegant. Zudem ist er die perfekte Nährpflanze für unzählige Insekten.

Beispiele für bienenfreundliche Sträucher

Heckenrose (Rosa corymbifera)
Weißdorn (Crataegus monogyna)
Besenginster (Cytisus scoparius)

Beispiele für bienenfreundliche Bäume

Elsbeere (Sorbus torminalis)
Sal-Weide (Salix caprea)
Wildapfel (Malus sylvestris)

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Tipp 2: Bienenfreundliche Pflanzen in Gruppen setzen

Bienen bevorzugen es, viele Blüten der gleichen Art auf einmal zu finden. So können sie ganz in Ruhe Pollen und Nektar sammeln und haben genug Nahrung an einem Fleck.

Vom gartengestalterischen Aspekt ist es sowieso wünschenswert flächig zu pflanzen, da das Ruhe in deine Pflanzungen bringt. So wirkt der Garten weniger chaotisch. Und seien wir ehrlich: So ein kleines Lavendelfeld im eigenen Garten sieht wunderschön aus und fühlt sich nach Urlaub in der Provence an!

Tipp 3: Verzichte auf Herbizide und Pestizide

Manchmal ist die Versuchung groß: Schädlingsbefall, Unkraut, unerwünschter Besuch – ein bisschen Gift versprühen und schon ist das Problem gelöst! Oder? Nein, ist es nicht. Denn der Einsatz von Herbiziden und Pestiziden schafft mehr Problem, als er löst. Denn der extreme Rückgang vieler Insektenarten ist auch auf den Gebrauch solcher Stoffe zurückzuführen.

Gerade Neonikotinoide sind eine Gruppe von Wirkstoffen, die erwiesenermaßen das Nervensystem von Insekten wie Bienen schädigen. So kommt es bei Aufnahme über Pollen und Nektar zur Beeinträchtigung von Orientierungssinn und Fruchtbarkeit und macht die Tiere anfälliger für Krankheiten. Oft ist der Tod die Folge. Mittlerweile sind einige der Mittel, die diese Stoffe beinhalten, verboten, aber längst noch nicht alle.

Aber was kann ich stattdessen tun? Ganz einfach: Stärke deine Pflanzen auf natürlichem Wege! Setze nur Pflanzen, die zu Klima und Boden passen und sich in ihrer Umgebung wohl fühlen. Sorge für ein gesundes Bodenleben, zum Beispiel mit Kompost aus dem eigenen Garten. Und schau, dass du die richtigen Pflanzabstände einhältst, sodass deine Pflanzen nicht zu eng stehen und genug Platz zum Atmen und für ihre Wurzeln haben. So hältst du deine Pflanzen gesund und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

Nützling statt Schädling: Einsatz von natürlichen Ressourcen

Manchmal kannst du angebliche Schädlinge sogar als Nützlinge einsetzen! Nematoden (Fadenwürmer) helfen zum Beispiel bei der Kompostierung und gegen Schnecken, Gartenlaubkäfer und Dickmaulrüssler. Schlupfwespen wirken gegen Motten, Blattläuse, Kohlweißlinge, die Weiße Fliege und den Apfelwickler. Und Raubmilben schützen dein Gewächshaus und halten es frei von bodenlebenden Schädlingen wie Springschwänzen oder Wurzelläusen.

Tipp 4: Bienen lieben Wildblumenwiesen

Ein akkurat getrimmter Rasen macht Arbeit, braucht viel Wasser, verbrennt leicht und sieht ehrlicherweise ein bisschen langweilig aus. Stattdessen könntest du auch eine wunderschöne Wildblumenwiese anlegen! Diese bietet Bienen über einen langen Zeitraum reichlich Nahrung, benötigt viel weniger Pflege und fungiert in heißen Sommern noch als geschütztes Habitat für die Insekten.

Für wen eine ganze Wiese ein bisschen zu viel ist, der kann auch einzelne Flecken in bereits bestehenden Rasen setzen und so kleine Wildblumeninseln erschaffen. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Samen für die Wildblumenwiese von regionalen Anbauflächen stammen. So ist die Wiese umweltfreundlich und nachhaltig von Anfang bis Ende!

Mein Spezial-Tipp: Ein tolles Produkt hierfür findest du beim Verein für Mellifera #BieneMenschNatur : die Frühjahrsansaat ‘Blühende Landschaft’ für bis zu 100qm! (keine bezahlte Werbung)

Tipp 5: Wasserquellen bereitstellen

Heiße Sommer lassen nicht nur uns Menschen ächzen, auch Insekten leiden unter der Hitze. Genug Wasser ist da essenziell! Stell also gerne eine flache Wasserschale oder einen Teich bereit, damit die Bienen ihren Durst stillen können. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass Kies oder Steine am Rand liegen, damit Tiere, die ins Wasser fallen, sich retten können. Du kannst auch kleine Inselchen aus Holz oder anderem natürlichem Material bereitstellen.

Die Tränke platzierst du am besten windgeschützt, damit die Bienen in Ruhe und sicher landen können. Gerne natürlich neben deine Pflanzen, von denen du weißt, dass die Bienen sie lieben. Damit sich keine Bakterien oder Keime bilden, sollte das Wasser in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Schütte das alte aber nicht einfach weg! Nutze es, um andere Pflanzen zu gießen, so wird kein Wasser vergeudet.

Tipp 6: Schaffe Rückzugsorte für Bienen

Bienen benötigen Nistplätze um ihre Eier zu legen und Larven großzuziehen. Du hast einen ruhigen Fleck im Garten, wo die Bienen ungestört leben können? Dann ist das ein toller Ort für ein Insektenhotel oder ein Sandarium. Beide bieten Unterschlupf und Schutz vor Witterung und Fressfeinden.

Hast du’s gewusst?
Nur ein Viertel aller Wildbienenarten nutzt Insektenhotels! Rund 75% der Wildbienen sind sogenannte Erdnister und nisten im Boden.

Achte darauf, dass der Platz sonnig ist, denn das mögen Bienen. Eine Ausrichtung in südliche Richtung ist daher super. Nässe hingegen ist ein No-Go. Schau also, dass der Standort deiner Bienen-Behausung einigermaßen trocken ist.

Es ist gar nicht schwer, so ein Bienenhotel oder ein Sandarium zu bauen. Ich erkläre dir, wie es geht!

Sandarium bauen – Sandbeet für bodennistende Bienen

Was ist denn eigentlich ein Sandarium? Ein Sandarium ist ein Bienenhotel im Boden, denn von 460 Wildbienenarten nisten 340 genau dort! Man braucht gar nicht viel Platz: Schon ein Quadrat mit 40cm Seitenlänge hilft den Bienen! Wenn du ihnen mehr Fläche zur Verfügung stellen willst, ist das natürlich super!

Da die Bienen im Boden nisten, musst du zuerst eine kleine Grube ausheben. Diese sollte mindestens einen halben Meter tief sein, damit deine Gäste ihre Niströhren anlegen können. Das Loch wird dann mit Sand aufgefüllt. Ganz wichtig: Es muss sich um groben Sand mit verschieden großen Sandkörnern handeln. Nur so hat das Material genügend Stabilität. Sandkasten-Sand ist ungeeignet!

Wenn du den Sand einfüllst dann schau, dass es keine ebene Fläche, sondern eher ein Hügel oder ein Hang wird. Diesen kannst du ein bisschen feststampfen. Warum? So wird das Material noch dichter und Regenwasser kann besser abfließen. Damit die Bienen sich als Baumeister betätigen, brauchen sie aber noch einen weiteren Rohstoff. Stelle ihnen etwas totes Holz zur Verfügung.

Falls es in deiner Nachbarschaft Katzen gibt, achte darauf, dass diese das Sandarium meiden, indem du es absicherst. Und wenn du dann noch genügend der oben genannten Pflanzen im Garten hast, werden bestimmt bald die ersten Bienen einziehen!

Das klassische Insektenhotel

Wer sich ein klassisches Insektenhotel wünscht, für den habe ich auch ein paar Tipps! In so einem Häuschen können mehrere Zimmer mit verschiedenen Materialien eingerichtet werden. Einen Rahmen kann man einfach aus schmalen Brettern zusammenschrauben. Bitte achte aber darauf, dass nirgendwo die Spitzen der Schrauben herausstehen und die Bretter schön glatt sind.

Als Füllmaterial eignen sich hohle Stängel wie Schilfrohr, Bambus, Stroh oder auch Reisig oder Totholz. Letztere mögen besonders Marienkäfer gerne. Steine solltest du vermeiden, denn wenn diese nicht stabil genug gestapelt sind, werden sie schnell zur Gefahr für deine neuen Nachbarn.

Damit du dein Bienenhaus vor Nässe und Vögeln schützt, kannst du das Dach zum Beispiel mit einer Plexiglasscheibe oder einem Aluminiumblech decken. Auch Kaninchenzaun kann vor Feinden schützen. Die Maschen dürfen nur nicht enger als 3x3cm sein.

Mein Tipp: Solltest du altes Holz wiederverwenden, dann achte darauf, dass alle Kanten glatt sind und das Holz mit keiner giftigen Farbe oder Substanz gestrichen wurde!

Luxusresort für Insekten – Ein richtig großes Bienenhotel

Wenn du Bienen und Insekten liebst und Platz für eine richtig große Unterkunft hast, dann bestehen natürlich auch hier tolle Möglichkeiten. Manche sind sogar richtig stylish, mit unzähligen Zimmern für deine Gäste! Handwerklich ist das natürlich eine andere Hausnummer, aber entweder hast du richtig Lust auf ein DIY-Projekt, oder du investierst in den Kauf eines solchen Insektenhotels.

Egal ob selbstgemacht oder gekauft, auch hier solltest du dich vergewissern, dass die Materialien gesund und gut geeignet sind und dass die Nistplätze auch wirklich ihren Zweck erfüllen können. Dann hast auch du bald deinen Garten in ein summendes, brummendes Bienenparadies verwandelt!

Dein Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen mit einem bienenfreundlichen Garten: